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Krematorium des Hauptfriedhofs Ohlsdorf

Bauwerk des Jahres 2011
gekürzter Auszug aus der Laudatio der Preisverleihung vom 1.10.2012
Architekten- und Ingenieurverein Hamburg e.V.


"... Das Krematorium des Hauptfriedhofs Ohlsdorf war der Letzte Bau, den Fritz Schumacher [...] gestalten konnte. Als die Ausführung [...] mit zu kleinem Budget begann, war [...] klar, dass sein Gesamtkonzept nur als Torso realisiert werden würde.

[...] "Unvollendet steht es da als Fragezeichen am Schluss einer langen Kette von Schöpfungen. Was werden die Hände daraus machen, die diesen Anfang einmal zu Ende bauen? Werden sie sich an das halten, was ursprünglich gewollt war?"

Dieser Sorge entsprechend hatte Schumacher [...] klare Prioritäten gesetzt. [...] Diesem "Richtmaß" standen Bauherr und Planer gegenüber, als man sich 2007 Gedanken über eine denkmalgerechte Instandsetzung und einen Erweiterungsbau machte. Kurz nach Bekanntwerden der Pläne wendete sich die Fritz-Schumacher-Gesellschaft an die Hamburger Friedhöfe [...].

Bei der Rekonstruktion der Gebäudehülle ist insbesondere die Wiederherstellung des Klinkerdaches hervorzuheben. Eine technische Meisterleistung, durch die der Bau seine einzigartige Materialeinheit und die daraus erwachsende monumentale Wirkung zurück erhält, die Schumacher angestrebt hatte.

Viele weitere Details wären zu nennen, die [...] nach den Prinzip von Wiederherstellung und Vollendung bearbeitet wurden: Dort wo die ursprüngliche Nutzung beibehalten werden sollte und die originale Substanz erhalten war, wurde detailgetreu bis zu den Türdrückern wiederhergestellt. Was bereits von Schumacher als Provisorium angelegt und im Original nicht mehr erhalten war, wurde mit großer Sensibilität neu formuliert.[...]"

[...] Insgesamt ein überaus komplexes BAUWERK DES JAHRES, an dem neben den heute ausgezeichneten Bauherrn, Architekten und Ingenieuren viele Beteiligte im Geiste Fritz Schumachers verdienstvoll mitgewirkt haben. Ihnen allen gebührt Dank und große Anerkennung!

Mathias Hein, Hamburg den 1.Oktober 2012